Ist Ihr Unternehmen bereit für die IATF 16949? Zur Erinnerung: Am 14. September dieses Jahres verlieren alle bisherigen Zertifikate auf Basis der ISO/TS 16949 ihre Gültigkeit. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen bis 500 Mitarbeiter tun sich laut einer Umfrage von ipu fit for success schwer mit den neuen Anforderungen – und das sind auch die Erfahrungen aus meinen Beratungskontakten. Woran liegt das und wie kommen Unternehmen zu einer raschen und erfolgreichen Umsetzung des neuen Regelwerks?

Umsetzung der Forderungen der ISO 9001:2015

Die IATF 16949 ist die neue Qualitätsmanagement-Norm für die Automobilindustrie. Die Norm löst den bisherigen Standard ISO/TS 16949 ab. Bei den Änderungen handelt es sich in erster Linie um Anpassungen an die aktuelle Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001:2015. Kundenorientierung, Risikomanagement oder Verantwortung der Unternehmensführung sind hier zentrale Stichworte.

Ich erlebe immer wieder, dass in den Unternehmen Sorge vor einem unüberschaubaren bürokratischen Aufwand existiert. Neu ist die geforderte Verantwortlichkeit der Führung. Es ist nicht mehr damit getan, einen Qualitätsbeauftragten zu ernennen. Alle Führungskräfte und Prozessverantwortliche eines Unternehmens werden aus Qualitätssicht gemäß dem neuen Regelwerk in die Pflicht genommen.

Perspektiven wechseln

Wenn Sie schon bislang nach ISO/TS 16949 zertifiziert sind, dürften die Anpassungen an die neue Norm nicht schwerfallen. Häufig ist lediglich ein Perspektivenwechsel im Unternehmen hin zu einem noch prozessorientierteren Denken erforderlich. Die IATF 16949 bietet die Chance, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen, transparenter und vor allem messbarer zu gestalten. Das ist heute bereits vielfach gelebte Realität.
Häufig bedarf es nur eines Feintunings der bestehenden Abläufe, zum Beispiel bei der detaillierten Definition von Schnittstellen. Neuland ist in vielen Unternehmen die Dokumentation von Wissen, die Nutzung von Wissen und der Zugriff auf Erfahrungen der Mitarbeiter.

Führungskräfte übernehmen Qualitätsverantwortung

Wie also geht man am besten bei der Umstellung auf die neue Norm vor? Aus meiner Erfahrung bietet die Vorbereitung auf die IATF 16949 vor allem eine Chance für die Führungskräfte in den Unternehmen. Die Norm fordert Qualitätsbeauftragte ohne deren Aufgaben konkret zu benennen. Hierin liegt die große Chance, weiterführende und zukunftsorientierte Impulse für die eigene Organisationsentwicklung zu setzen.
Die bewusste und durch passende Organisationsstrukturen gesicherte Übernahme der Verantwortung für Qualität durch jede Führungskraft entspricht im Sinne der IATF-Forderungen und ermöglicht neue Dynamiken im Unternehmen. Das ist auch erforderlich angesichts der vielfältigen Herausforderungen der heutigen Zeit. Denken wir beispielsweise an die Umbrüche durch die Digitalisierung oder die unternehmerische Notwendigkeit eines wirksamen Risikomanagements.
Mit Reflexion zu neuen Impulsen

Führungskräfte sollten sich offen mit den Forderungen der Norm und den damit verbundenen Chancen auseinandersetzen. In der Unternehmenspraxis mit gewachsenen Hierarchien und Personalstrukturen ist das – zugegebenermaßen – nicht immer ganz einfach. Ein strukturierter Prozess kann dabei helfen, zum einen die Rezertifizierung anzugehen und zum anderen die Chancen der neuen IATF 16949 für das eigene Unternehmen aufzuzeigen – in Bezug auf Führungspersonal, Softskills der Führungskräfte und Prozesse.

Gerade für den zweiten Punkt braucht es Reflexion, die zum Beispiel auch ein externer Moderator oder erfahrener Coach begleiten kann. Der Blick von außen kann wertvolle Anstöße und Know-how bringen, und die interne Diskussion stimulieren. Mit einem strukturierten Vorgehen können mittelgroße Unternehmen ihre Vorteile in Punkto Geschwindigkeit und Wissen ausspielen. Sie können die Rezertifizierung nutzen, Strategie, Prozesse und Kosten zu prüfen und zu verbessern. So lässt sich vergleichsweise einfach eine strategische Weiterentwicklung erreichen.
Haben Sie Fragen zur Umstellung auf die IATF 16949, Auditoren-Weiterbildungen, Strategie-Workshops oder Coachings? Dann sprechen Sie uns einfach an – wir sind gern für Sie da: